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<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"><id>tag:wiedietiere.blog.de,2009-11-21:/</id><title>Wie die Tiere</title><link rel="self" href="http://wiedietiere.blog.de/feed/atom/posts/"/><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/"/><subtitle>Kommunikation, Wahrnehmung und was wir davon haben......denn wir sprechen alle nicht deutlicher als die Tiere.</subtitle><generator version="1.0">MokoFeed</generator><updated>2009-11-21T08:06:45+01:00</updated><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2009-09-03:/2009/09/03/klischeeclash-6884204/</id><title>Klischeeclash</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2009/09/03/klischeeclash-6884204/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2009-09-03T16:40:02+02:00</published><updated>2009-09-04T14:24:34+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Ein Mitarbeiter des Gruenen Kreuz beschaeftigt sich waehrend einer langen UBahnfahrt mit einem PSP-Kampfspiel. &lt;br&gt;
Er steckt win paar Mal ein, dann hat er seinen Gegne so weit und schickt ihn mit eine Hakenserie in die Nieren ins Gameover-Nirvana.&lt;br&gt;
Mitarbeiter des Gruenen Kreuz sind sozial engagierte friedliebende Menschen. &lt;br&gt;
Kampfspiele sind fuer verrohte Brutalos. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Beide Annahmen haben reale, wirtschaftliche, soziale Relevanz. Auf der Basis der einen werden Gesetze erlassen, immense Kosten auf die Spieleindustrie abgewaelzt und Erziehungsmassnahmen entworfen, auf die andere - soziales Engagement - entscheidet ueber Reputation, Vertrauen, oder auch die Umstaende einer Haftstrafe ( Bewaehrung, weil er ja sonst ein guter Mensch ist...)&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Welchen Wert haben solche Annahmen, wenn sie&lt;br&gt;
* eindeutig falsch sind&lt;br&gt;
* massive Auswirkungen haben&lt;br&gt;
* eine ganze (Medien)Branche am Leben erhalten&lt;br&gt;
* schnell entstehen und sich hartnaeckig halten?&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Die Zwischenraeume zwischen (einzelnem) Klischee und Menschen (als Summe von Klischees) sind Definitionsspielraum. &lt;br&gt;
Auf der einen Seite stehen Begriffe, Worte und Geschichte, auf der anderen Seite stehen - das ist eben schwer zu sagen: Wir? Menschen? Leben?&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Haben wir unsere groebsten Fehlinterpretationen wirklich am liebsten? &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Und wie schaffen wir es, Dinge die nichts miteinander zu tun haben auch getrennt voneinander zu lassen? - Die Wahrnehmung von Verschiedenem ohne gleich Beziehungen herzustellen oder Unterschiede festzustellen, faellt uns nicht leicht.&lt;br&gt;
Klassifizieren, analysieren, Ziele formulieren und anzustreben haben wir gelernt. Unterschiede aushalten dagegen steht im Verdacht, unproduktiv zu sein...
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2009/09/03/klischeeclash-6884204/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2009-09-03:/2009/09/03/zwei-jahre-verbracht-projekt-vorzubereiten-details-beschreiben-umsetzung-lobbyieren-laeuft-6881571/</id><title>Müssen wir wirklich alles immer wieder von vorne beginnen?</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2009/09/03/zwei-jahre-verbracht-projekt-vorzubereiten-details-beschreiben-umsetzung-lobbyieren-laeuft-6881571/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2009-09-03T09:57:09+02:00</published><updated>2009-10-29T08:24:34+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Ddie ersten Worte des neue Kollegen zum monatelang vorbereiteten Projekt: "An der Dokumentation müssen wir noch was machen, ich finde, dass die Beschreibungen nirgends ausführlich  sind."&lt;br&gt;Zwei Jahre an die Wand geredet? Schlecht formuliert? Material versteckt?&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Welche Differenzen stecken hinter solchen Unterschieden: &lt;br&gt;* hat die Unterlagen nicht gefunden.&lt;br&gt;* hat sie nicht gelesen. &lt;br&gt;* hält sie für nicht relevant.&lt;br&gt;* sie sind schlecht geschrieben. &lt;br&gt;* Jemand hätte ihm sagen müssen, dass in den zwei Jahren auch gearbeitet wurde.&lt;br&gt;* Jemand hätte ihm sagen müssen, dass es sein Job ist, das vorhandene Material auf den Punkt zu bringen, statt es neu zu schreiben. &lt;br&gt;* hat gedacht, ich bin mit dem bisherigen nicht zufrieden und wollte etwas Besseres. &lt;br&gt;* hat gedacht, das wäre mal ein guter Anfang.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Das sind Vermutungen, die dazu beitragen, unterschiedliche Bilder einer Person zu konstruieren:&lt;br&gt;
* Naiv (sie macht einfach mal)&lt;br&gt;
* Kritisch bis besserwisserisch (wo beginnt der kontinuierliche * Verbesserungsprozess, wo endet er; wo bezieht er uns mit ein?)&lt;br&gt;
* Faul (lieber das gleiche noch mal machen als etwas neues suchen)&lt;br&gt;
* Dumm (wir verstehen nur - glauben wir - was wir selbst ausgedacht haben&lt;br&gt;
* Umwerfend intelligent und erfahren (sie macht jetzt richtig, was die ganze Zeit nicht funktioniert hat)&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Wie kommen wir dazu, aus de gleichen Sachverhalt so unterschiedliche Konsequenzen konstruieren zu können?&lt;br&gt;
Und wie wichtig sind diese? &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Das ist der Punkt, auf den ich schon oft zu kommen versuche:&lt;br&gt;
Diese Zuschreibungen sind extrem wichtig, auch wenn wir rational genug sind, sie zu verwerfen; in Notsituationen, wenn wir schnell auf eine Meinung zurückgreifen müssen, wenn uns jemand fragt, webnn wir wo mitreden wollen - dann greifen wir auf genau diese Urteile zurück.&lt;br&gt;
Und sie sagen immer mehr über uns als über denjenigen, dem wir sie unterstellen. Unsere Vorlieben, Ängste, und auch unsere Denkweise spiegeln sich in solchen Instanturteilen wider; wie sehen wir die Welt, welchen Einfluss gestehen wir uns zu, welchen anderen, wie funktioniert für uns die Entstehung von Sinn?&lt;br&gt;
Dazu müssten jetzt einige Jahrhunderte westliche Philosophiegeschichte bemüht werden; oder es wird die Perspektive gewechselt: Es geht immer nur um den Streit zwischen &lt;a href="http://gudoblog-e.blogspot.com/2009/03/philosophy-of-action-3.html"&gt;Idealismus und Materialismus&lt;/a&gt;, sagen &lt;a href="http://gudoblog-e.blogspot.com/2009/03/theory-of-four-philosophies.html"&gt;Philosophen aus anderen Kulturen&lt;/a&gt;.&lt;br&gt;
Ich teile diese Ansicht nicht zur Gänze, wobei auch die Meinung, dass alles andere Haarspalterei ist, zulässig ist.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Mein Punkt ist:&lt;br&gt;
* Wir sind schnell mit unseren Urteilen&lt;br&gt;
* Wir fällen sie anhand von kleinen Bausteinen, die wir zu Mustern bilden&lt;br&gt;
* Wir übergehen diesen Prozess und nehmen unser Urteil für bare Münze&lt;br&gt;
* Oder wir zweifeln und zögern, solche Vorurteile zuzulassen, und lähmen uns damit - dann geht gar nichts mehr&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Der Weg, den ich zu beschreiben versuche, ist ein konstruktiver Umgang mit Vorurteilen:&lt;br&gt;
* Nutze sie als einen gemeinsamen Rahmen, den jeder versteht&lt;br&gt;
* Sei ihrer bedeutungsstiftenden Wirkung bewusst - wie verbreiten sie sich, was schliessen sie in weiterer Folge ein uns aus?&lt;br&gt;
* Erkenne die grundlegende Distanz zwischen den Urteilen und ihren Objekten&lt;br&gt;
* Sei dir klar, dass auch du Objekt ist - diese Perspektive ist nicht nur für das Verständnis wichtig, sondern auch für die moralische Dimension. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Schafft das eine Basis für zwanglose, verständigungsorientierte Kommunikation? &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2009/09/03/zwei-jahre-verbracht-projekt-vorzubereiten-details-beschreiben-umsetzung-lobbyieren-laeuft-6881571/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2009-08-23:/2009/08/23/woelfe-voraussetzungen-existenz-essenz-oberflaechen-6803068/</id><title>Woelfe, Voraussetzungen, Existenz, Essenz, Oberflaechen</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/23/woelfe-voraussetzungen-existenz-essenz-oberflaechen-6803068/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2009-08-23T19:30:01+02:00</published><updated>2009-08-23T19:30:01+02:00</updated><content type="html">Der Vorwurf, wieder die Natur zu handeln, habe ihm schwer zu denken gegeben, schreibt Mark Rowlands in "The Philosopher and the Wolf" ueber sein Leben mit einem Wolf als Haustier. &lt;br&gt;
Seine Loesung, ganz als Philosoph: Es muessen immer die Voraussetzungen und stillschweigenden Annahmen hinterfragt werden.&lt;br&gt;
Hinter dem Versuch, Tieren eine Natur zuzuschreiben, der sie sich nicht widersetzen koennen, ortet Rowlands menschliche Arroganz, die, ganz nach Sartre, nur dem Menschen die Moeglichkeit einraeumt, seine Essenz durch seine Existenz zu bestimmen. Wir suchen uns aus, wie wir sind, und sind dann so. Alles andere, vom Aschenbecher bis eben zum Wolf, ist in seiner Existanz durch seine Essenz bestimmt. Es ist, wie es immer war oder wozu es erfunden wurde, es kann sich nicht aendern und nichts entscheiden. &lt;br&gt;
So weit so gut. Als belegendes Beispiel fuehrt Rowlands einen Fuchs an, der bettelnd Hotels rund um einen englischen Flughafen absuchte - wie sollte man dem Fuchs erklaeren, dass er lieber Maeuse jagen sollte?&lt;br&gt;
Ich glaube nun doch eher, dass die Bettelei weniger auf eine Entscheidung des Fuchses zurueckzufuehren ist, als darauf, dass in seiner Umgebung alle Maeuse vergiftet, Waelder ausgeduennt und Huehner in Legebatterien eingesperrt sind, nehöe aber gerne den Rueckenwind mit wenn es darum geht, das Hinterfragen von Voraussetzungen als Gespraechsmodell zu etablieren. &lt;br&gt;
worauf will unser Gegenueber hinaus? Oder, ohne Hintergedanken zu unterstellen: warum, vor welchem Hintergrumd und welchen Erfahrungen, argumentiert er so? Welche - soziale, politische, wirtschaftliche - Ordnung wird vorausgesetzt, damit die Rechnung aufgeht. Und: wie muesste die Beziehung zwischen und geschaffen sein, damit die Rechnung aufgeht, damit Dinge so sein koennen, wie wir sie beschreiben?&lt;br&gt;
Konsequent zu Ende gedacht bedeutet das: Was setzen wir voraus, wenn wir annehmen, dass der andere uns versteht? Warum nehmen wir an, dass das, was wir sagen, ueberhaupt etwas bedeutet? Mit welchen Mittelen koennen wir den Rahmen, innerhalb dessen Verstaendigung moeglich ist, konstruieren? und sind wir dann noch in irgendeiner Weise bei der Sache?&lt;br&gt;
&lt;br&gt;
Das entfuehrt in schwindelerregende spekulative Tiefen. Ich setze dem das Primat der Oberflaeche entgegen: Konzentrieren wir uns auf das, was wir sehen, was ausdruecklich hier und jetzt anwesend ist.&lt;br&gt;
&lt;br&gt;
Oberflaechlichkeit ist eine angemessene Verhaltensweise.&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/23/woelfe-voraussetzungen-existenz-essenz-oberflaechen-6803068/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2009-08-21:/2009/08/21/micropublishing-6773039/</id><title>Micropublishing</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/21/micropublishing-6773039/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2009-08-21T12:48:01+02:00</published><updated>2009-08-21T12:55:45+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Microblogging, Microfinancing - muss alles klein sein und schnell gehen? Weil keine Zeit mehr fuer die "richtigen" Dinge da ist?&lt;/p&gt;
	&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Groesser ist nicht immer mit erfolgreicher, chancenreicher oder besser gleichzusetzen. Kleiner ist wendiger, schneller, kontrollierbarer - aber vor allem treffgenauer, angemessener: Microfinancingkunden brauchen nicht mehr als 100 $, schnelle Leser brauchen nicht mehr als 140 Zeichen, einen Link und die Gelegenheit, spaeter nachfragen zu koennen. &lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Und manche Inhalte brauchen keine groessere Oeffentlichkeit, sie werden nicht besser, wenn sie durch die Muehlen der allgemeinen Verstaendlichkeit und besseren Verkaufbarkeit gequetscht werden, sie verlieren dadurch ihren Sinn. &lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Das ist eine Gratwanderung zwischen dummer Anmassung,  haltlosem Geschwaetz und harter Arbeit. Zwischen etablierten Medienformen und deren Businessregeln und der Missachtung aller guten Erfahrungen. Zwischen fahrlaessiger Wendigkeit, die sich jeder Ansprache entzieht, und hartnaeckiger Praesenz, die mehr spricht, als dem fehlenden Publikum lieb ist. &lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Micropublishing ist ein Business zwischen allen Stuehlen, das seine eigenen Gesetze gerade erst entwickelt.&lt;/li&gt;
	&lt;/ul&gt;
	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Erste Ansaetze:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
	&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Inhalte brauchen ihre Form. Richtlinien klassischer Medien zwingen zu einem Mindestmass an Stringenz.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Papier hat unbestrittene Vorteile, darf aber nur minimal - on demand - eingesetzt werden. &lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Buecher sind einfach schoen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Veroeffentlichen ist mehr, als ein Buch auf den Tisch legen. Wenn es unsere Medienwelt noch nicht gibt, dann muessen wir sie schaffen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Wir fuellen keine Nischen aus, wir dehnen Diskussionen und Maerkte. Beweglichkeit an den Raendern haelt Innovation in Gang.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Wir entwickeln mit jedem Produkt das angemessene Geschaeftsmodell und stellen die notwendigen Umwelten her.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Diskussionen jenseits der grossen Institutionen brauchen sich nicht von diesen abgrenzen. Auch an den Raendern ist es moeglich, gesunde Ignoranz zu zeigen. Das befreit.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Wir machen das nicht zum Spass. Respekt, Zufriedenheit, das Gefuehl, etwas in der Hand zu haben, ist die eine Seite, kommerzieller Erfolg - als Lebensunterhalt und als echte Subversion - die andere.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Micropublishing entwickelt Geschaeftsmodelle, die mit Copyright, creative commons und Google Books umgehen koennen.&lt;/li&gt;
	&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/21/micropublishing-6773039/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2009-08-10:/2009/08/10/arbeit-eingeweiden-6689498/</id><title>Arbeit an den Eingeweiden...</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/10/arbeit-eingeweiden-6689498/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2009-08-10T08:43:57+02:00</published><updated>2009-08-10T08:43:57+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Ich erinnere mich, dass der Finanzvorstands eines grossen Unternehmens, den ich einmal interviewt habe, es als einen seinr grossen Wünsche bezeichnet hat, einmal die Entstehung eines Biches mitverfolgen zu koennen, um den kreativen Prozess nachvollziehen zu koennen.&lt;br&gt;
Wahrscheinlich waere er sehr enttaeuscht - entweder von der Vagheit, in der Ideen, Notizen und Entwürfe herumschwirren, oder von der zaehen, langweiligen, trockenen Arbeit, mit der sie in Form und zu Ende gebracht werden, - Ich gönne mir maximal drei Revisionsdurchgaenge; jedesmal entstehen weitere, neue Perspektiven und Sichtweisen, aber die sollen dann schliesslich mal in etwas Neues einfliessen...
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/10/arbeit-eingeweiden-6689498/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2009-08-07:/2009/08/07/was-sind-wertenomaden-6672610/</id><title>Was sind Wertenomaden?</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/07/was-sind-wertenomaden-6672610/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2009-08-07T17:10:02+02:00</published><updated>2009-08-10T08:53:23+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Mobil, unabhaengig, flexibel, die Verantwortung fuer einen Hamster droht uns zu erschlagen. Ungebunden, reich an Perspektiven, frei - um den ganzen Tag nichts zu tun. Gebildet, tolerant, offen - genug, um zu wissen, wo es lang geht, um Entscheidungen kontrovers zu argumentieren, um zu wissen, dass wir nichts wissen (koennen).&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Die Offenheits-, Flexibilitaets- und Freiheitsparadigmen zeitgenoessischer Gesellschaft(en) laehmen uns. Wer sind wir, wer/was/wie ist der andere? &lt;br&gt;
Alles ist eine Frage von Werten - in deren Auslegung und Anwendung sind wir nicht nur ebenfalls flexibel, sondern massiv darauf angewiesen, zu wechseln, mit der Zeit zu gehen. &lt;br&gt;
Nicht wir wechseln unsere Werte - Werte, Zusammenhaenge und Perspektiven aendern sich. Und wir muessen diese Aenderungen nachvollziehen, um zu ueberleben. &lt;br&gt;
Nomaden sind keine froehlichen Bohemiens, die ungebunden in den Tag leben. Sie (ueber)leben dank der Veraenderung.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;&lt;a href="http://www.themashazine.com/standpunkte/wertenomaden"&gt;Mehr ueber Wertenomaden&lt;/a&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/07/was-sind-wertenomaden-6672610/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2009-08-06:/2009/08/06/wueste-buchmarketing-6663422/</id><title>Wüste Buchmarketing</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/06/wueste-buchmarketing-6663422/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2009-08-06T13:01:29+02:00</published><updated>2009-08-06T13:01:29+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Ich finde es erstaunlich, wie schlecht, unoriginell und unprofessionell offenbar die Vermarktung von Büchern im deutschsprachigen Raum läuft.&lt;br&gt;
Es gibt einige Selbsvermarkter (&lt;a href="http://www.backstage-report.com/"&gt;Förster und Kreuz&lt;/a&gt;), ein paar Selbstläufer (bei Autoren und Verlagen) und ansonsten offenbar viele, die sich auf eingegangene Wege verlassen.&lt;br&gt;
Wo sind die erfolgreichen Beispiele für Guerilla/Buzz/Ambient/Social/Was auch immer-Marketing aus dem Buchbereich?&lt;br&gt;
Kann niemand nachmachen, was &lt;a href="http://sethgodin.typepad.com/"&gt;Seth Godin&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://doingless.net/"&gt;Marc Lesser&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://www.louisrosenfeld.com/"&gt;Louis Rosenfeld&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://adaptivepath.com/"&gt;Adaptive Path&lt;/a&gt; und andere vormachen? &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/06/wueste-buchmarketing-6663422/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2009-08-04:/2009/08/04/der-redaktionsprozess-braucht-einen-langen-atem-6652631/</id><title>Der Redaktionsprozess braucht einen langen Atem</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/04/der-redaktionsprozess-braucht-einen-langen-atem-6652631/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2009-08-04T21:26:01+02:00</published><updated>2009-08-05T07:45:17+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Der 80-Prozent-Fertigstellungsgrad eines Buchs kann sich lang hinziehen. &lt;br&gt;
Und wird so unvermittel zu einem 60-, 40-, 20-Prozent Grad.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Die positive Seite: Ich konnte den Text ohne befremden und ohne zu grob abzuschweifen beinahe in einem durchlesen. Ich kann ihn sogar rekonstruieren:&lt;br&gt;
These 1: Was wir wahrnehmen und behaupten ist Spekulation. Am liebsten spekulieren wir ueber Fremdes, also brauchen und schaffen wir immer wieder Distanz.&lt;br&gt;
These 2: Trotzdem funktioniert immer wieder etwas, trotzdem verstehen wir immer wieder etwas.&lt;br&gt;
These 3: In unseren Vorstellungen von Verstehen, Verstaendigung und Ueberzeugung spielt Macht eine grosse Rolle.&lt;br&gt;
These 4: In der Kommunikation zaehlt immer nur die Oberflaeche.&lt;br&gt;
These 5: Das Wissen um Oberflaeche, Spekulation und Macht laesst sich instrumentalisieren: Wie kommunizieren wir in einer Welt, in der wir nicht verstehen, sondern spekulieren, nicht ueberzeugen, sondern durchsetzen, nicht argumentieren, sondern verkaufen?&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;
Und was sind die passenden Marketingstories dazu?
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2009/08/04/der-redaktionsprozess-braucht-einen-langen-atem-6652631/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2009-01-06:/2009/01/06/orientierung-zusammenfassung-5332866/</id><title>Zur Orientierung: Zusammenfassung 1</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2009/01/06/orientierung-zusammenfassung-5332866/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2009-01-06T17:17:26+01:00</published><updated>2009-01-06T17:17:26+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Die vergangenen Wochen habe ich mit dem Bemühen verbracht, den Zusammenhang in den Arbeiten der letzten drei Jahre herzustellen.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Die Grundprobleme dabei sind:&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;    * Ich gehe davon aus, dass Verständigung schwerwiegenden Problemen unterworfen und Hindernissen ausgesetzt ist.&lt;br&gt;
    * Gleichzeitig unterstelle ich, dass es gut möglich ist, andere zu verstehen, dass das sogar über wiederholbare Muster erfolgen kann.&lt;br&gt;
    * Ich lasse aber nicht zu, das als eine Position von Überlegenheit zu verstehen - denn ich bin davon überzeugt, dass es kein anders, kein besser und letztlich auch kein Ich in dem Sinne, wie es für eine solche Behauptung benötigt wird, gibt.&lt;br&gt;
    * Und es ist wohl nicht selbsterklärend, vor welchem Hintergrund ich diese Themen sehe.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Trotzdem - und das spricht grundsätzlich wirklich gegen jede Überzeugung, möchte ich das weiterverfolgen und in eine zumindest für den Moment nachvollziehbare Form giessen.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Ein Inhaltsverzeichnis dazu existiert bereits; die Herausforderung ist, den Bogen zu spannen und aufrechtzuerhalten.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Die Hauptthemen sind folgende:&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;    * Was ist das Problem? Welche Situationen, Umgebungen, welche Arten von Gesprächen meine ich, wenn ich sage, dass wir einander nicht verstehen können? Was sind die alltäglichen Erscheinungsformen der unüberbrückbaren Differenz? (…Ich habe schon lang nicht mehr an Derrida gedacht; wobei mir die difference/differance erst unlängst im Mission Statement einer Werbeagentur begegnet ist.)&lt;br&gt;
    * Vor welchem Hintergrund rede ich? Welche Ansätze beschreiben die zugrundeliegende Auffassung von Kommunikation, Verständigung, Umwelt, sozialem Leben? Aber auch: Was steckt hinter diesen Ansätzen und wo beginnt die Sprachlosigkeit; warum begegnet uns die Sprachlosigkeit immer wieder?&lt;br&gt;
    * Dritter Teil: Was folgt daraus; mit welchem Schritten überwinden wir zumindest in Teilen die Gräben; zumindest so weit, dass wir etwas durchsetzen und umsetzen können, wenn wir schon nicht behaupten können, etwas oder jemand tatsächlich zu verstehen.&lt;br&gt;
    * Und zuletzt: Warum ist das wichtig; wo begegnet uns diese Fragestellung, welche Wege kann sie uns zeigen, warum ist sie nicht nur der Spleen eines gelangweilten Asozialen, der knapp am Autismus vorbeischrammt?&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Das muss mir mal ins Blut übergehen. Dann kann ich entspannter weitermachen. Und klarer herausarbeiten, warum diese Fragestellung eine zentrale Fragestellung jeglicher Ethik ist, und warum sie gerade im Zusammenhang mit Medien, vor allem auch mit neuen Medien, Social Media, relevant ist.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2009/01/06/orientierung-zusammenfassung-5332866/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-11-24:/2008/11/24/dissens-verstehen-lernen-social-media-5099929/</id><title>Dissens: Verstehen lernen ueber Social Media?</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/24/dissens-verstehen-lernen-social-media-5099929/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-11-24T20:25:44+01:00</published><updated>2008-11-24T20:25:44+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Die Hauptaufgabe von Medien ist es, Klischees zu bedienen. Was nicht ins Bild passt, kommt nicht vor. Dieser Grundsatz gilt so universell, dass sogar Abweichungen von diesem Grundsatz auf der Basis seiner Gesetz kalkuliert sind. Ab und zu passt es eben ins Bild, etwas Abweichendes zu erwaehnen. Hauptsache, die Form passt, die Sache hat einen guten Einstieg, packende O-Toene und die Bilder sind gut.&lt;br&gt;
Schlimmer noch als nicht ins Klischee zu passen ist die Tatsache, keine klare Botschaft zu vermitteln. Geschichten ohne Moral sind nicht vermittelbar, nicht fertig, nicht zu Ende recherchiert.&lt;br&gt;
Das ist keine Sache zwischen Boulevard- und Qualitaetsmedien, auch kaum zwischen kommerziellen und weniger kommerziellen Medien. Es ist eher ein Grundsatz, der praktisch noch nie durchbrochen worden ist.&lt;br&gt;
Medien sind immer auf Konsens aufgebaut. Darum kann man sie auch kaufen – sei es als Leser oder als Anzeigenkunde.&lt;br&gt;
Konsens muss nicht Mehrheit bedeuten; es gibt verschieden grosse oder kleine Bereiche von Konsens. Ohne diese Tatsache gaebe es keine Produkte, keine Abos, keine Treuepraemien und keine Leserclubs.&lt;br&gt;
Deshalb ist auch Kritik moeglich: Es gibt immer noch den Konsens der anderen, gegen den man den eigenen stellen kann. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Warum gibt es dann trotzdem Streit? Warum gibt es das Unbehagen, sich zu einer Zeitung, zu einem Radiosender zu bekennen? - Die Entscheidung fuer etwas wird hier oft als Entscheidung gegen etwas, im Sinne des kleineren Uebels, verkauft. Teile werden ausgeklammert,gern wird auch auf frueher verwiesen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Die Entscheidung, eher eine Zeitung als die andere zu lesen, ist ein kleiner Akt der Freiheit. Die beschreibende Zuordnung - “Du bist ja ein ....-Leser” - wird als Gewaltakt empfunden.&lt;br&gt;
Das ist auch das Wesen des Konsens, selbst in seiner naeheren Umgebung.&lt;br&gt;
Zustimmen zu muessen, akzeptieren zu muessen ist, rein subjektiv betrachtet, das gleiche passive Erleiden – egal ob es eine Zustimmung zur Mehrheit oder Zustimmung im Sinn des Weichens vor Gewalt bedeutet. Die moralische Komponente kann das Leiden rechtfertigen; das aendert aber nichts am Angriff auf die Souveraenitaet. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Was hat das mit Medien, Kommunikation und Verstaendigung zu tun?&lt;br&gt;
Einerseits ist es eine Grundvoraussetzung, zu verstehen, dass Verstaendnis nicht Einverstaendnis bedeutet. Dazwischen hat vieles Platz.&lt;br&gt;
Andererseits tritt mit dem Bewusstsein der Rueckseite des Konsens, mit der Wahrnehmung des Dissens immer haeufiger die Frage auf, wie dann ueberhaupt noch Zusammenarbeit, Kommunikation, Koordination moeglich sind.&lt;br&gt;
Zuletzt deuten neue Onlinemedien hier vielleicht eine Antwort an: Die Betonung auf Dissens bedeutet nicht das Fehlen von Konsens – im Gegenteil: Eigentlich ist sie dessen Vervielfachung, dessen Verlagerung in zahlreiche weitere Bereiche und Gruppierungen.&lt;br&gt;
Neu an den neuen Medien ist dabei nicht, dass sie die  Vielfalt und Verbreitung erleichtern, sondern dass sie die Vernetzung ermoeglichen: Ich muss mich nicht mehr entscheiden, wo ich hin will, was in meine Welt passt, sondern es wird mir vorgeschlagen. Das schafft eine Reihe nutzloser Verbindungen, aber auch einige wenige wertvolle und dauerhafte. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Ich sehe Social Media als eine Auspraegung von Dissensethik, als einen Ansatzpunkt, den wir uns vor Augen halten koennen, wenn wir zu verstehen versuchen.&lt;br&gt;
Zumindest ist es einen Versuch wert. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/24/dissens-verstehen-lernen-social-media-5099929/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-11-21:/2008/11/21/mars-attacks-geht-aufzug-5075800/</id><title>Mars attacks – geht auch im Aufzug</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/21/mars-attacks-geht-aufzug-5075800/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-11-21T16:56:17+01:00</published><updated>2008-11-21T16:56:17+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Der Aufzug zur Kantine braucht seit neuestem etwas laenger. Man steigt ein, schliesst die Tuer, waehlt das gewuenschte Stockwerk – und dann passiert einmal eine Minute nichts. Dann faehrt er los und alles ist in Ordnung.&lt;br&gt;
Es ist so und es gibt keine schnell aenderbaren Einflussfaktoren: Oefter druecken, Tuer zuhalten, Gewicht pruefen bringt nichts, Leute die den Aufzug von aussen erneut rufen stoeren nicht – es ist einfach egal und wird bis zum naechsten Service so bleiben. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Gestern stiegen eine Kollegin und ich in den Aufzug und trafen dort auf zwei weitere Kollegen. Er stroemte aus jeder Pore seines Koerpers das Signal “Ich bin Manager, wichtig, habs eilig und bin durchsetzungsstark.” Sie war aehnlich.&lt;br&gt;
Wir unterbrachen unser Gespraech kurz, gruessten und machten die obligatorischen Bemerkungen zum Aufzug, “Das macht er jetzt immer, er denkt eben erst ein bisschen nach.” Der Kollege starrte mich fassungslos an, hatte keine Ahnung wovon ich sprach, riss die Tuer auf und erklaerte den Leuten draussen, sie sollten aufhoeren, den Aufzug zu rufen.&lt;br&gt;
Niemand hatte den Aufzug gerufen, nichts geschah. “Jetzt machen die das noch immer”, seufzte sie.&lt;br&gt;
Er griff nach seinem Handy und rief einen Kollegen an, der mit dem anderen Aufzug schon vor einer Minute gefahren war. “Du musst unseren Aufzug oben rufen”, sagte er, “Sonst faehrt er nicht.” Der Kollege verstand ihn nicht, Handyempfang in Aufzuegen ist nie der beste.&lt;br&gt;
Wenige Sekunden spaeter fuhr der Aufzug los, wie immer. “Jetzt hat oben jemand gedrueckt”, sagte sie. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Es gibt immer verschiedene Sichtweisen. Verschiedene Wege, zum Ziel zu kommen. Es passiert immer irgendetwas. Wir koennen das zur Kenntnis nehmen. Oder wir koennen es in Beziehung zu unseren in der Regel voellig belanglosen Handlungen setzen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Ganz belanglos sind unsere Handlungen natuerlich nicht. Auch wenn sie die Dinge nicht beeinflussen, beeinflussen sie uns und das Bild das wir bei anderen von uns erzeugen. Damit beeinflussen sie indirekt auch wieder die Dinge – nur eben selten so direkt, wie wir es gern haetten.&lt;br&gt;
“Das waren aber nicht gerade die Sympathischsten”, sagte die Kollegin, als die beiden ausser Hoerweite waren. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Die beiden waren eben vollends in ihrer eigenen Welt zuhause, in der sie so aktiv und maechtig waren, dass aussere Einfluess einfach keine Rolle spielen konnten.&lt;br&gt;
Das laedt natuerlich zum &lt;a href="http://enterprise2blog.com/2008/11/has-seth-godin-peaked/"&gt;Manager-Bashing &lt;/a&gt;ein – aber so wichtig waren die beiden auch nicht.&lt;br&gt;
Bemerkenswert nur, wie die beiden auf engsten Raum verschiedene Welten konstruieren konnten und sich nicht im geringsten dabei gestoert fuehlten.&lt;br&gt;
In der Mehrzahl der Faelle ist so etwas egal. Wenn wir aber von genau diesen Leuten etwas erreichen wollen, dann muessen wir gut geruestet sein...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/21/mars-attacks-geht-aufzug-5075800/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-11-21:/2008/11/21/abgewoehnen-5075782/</id><title>Abgewoehnen?</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/21/abgewoehnen-5075782/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-11-21T16:53:25+01:00</published><updated>2008-11-21T16:53:25+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Es mag von einem natuerlichen Grad an Sturheit abhaengen: Ich habe mich eben erst wieder gewundert, wie schnell Haltungen, Einstellungen, Ideen, die vorgestern noch nicht da waren, heute selbstverstaendlich sind.&lt;br&gt;
Ich spreche dabei nicht von grossen Ideen, Haltungen, Einstellungen. Es geht um die kleinen Mosaiksteine, die uns ausmachen, die in Summe ergeben was wir (und die Welt rund um uns) sind.&lt;br&gt;
Am staerksten ist der Einfluss dann, wenn wir die Veraenderung schon lang vergessen haben.&lt;br&gt;
Vor knapp einem Monat habe ich begonnen, kbex aufzubauen. Mit dem festen Vorsatz, es nicht zu uebertreiben, nicht mehrere Stunden taeglich zu investieren und so lange wie moeglich nicht an die kommerzielle Perspektive zu denken. Inhalte, Qualitaet und Freude sollten im Vordergrund stehen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Heute habe ich es schon als echte Belaestigung gefunden, aus meinen Gedanken zur weiteren Positionierung des kbex-Blogs gerissen zu werden – um mich meinem kommerziell groessten Kundenprojekt zu widmen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Auffaellig war dabei weniger, dass ich das als Belaestigung empfunden habe, sondern eher, dass es fuer mich selbst ganz ausgeschlossen war, mich jetzt um Geschaefte zu kuemmern. “Ich” war schon etwas “anderes”.&lt;br&gt;
Erstaunliche Flexibilitaet. Wobei der Weg zurueck wohl etwas muehsamer ist.&lt;br&gt;
Das haengt wieder vom Grad der Sturheit ab. Und es ist wohl wieder etwas , was uns mit Tieren gemeinsam ist: Was uns freut, faellt uns leichter.&lt;br&gt;
Aber: was uns freut, haengt von unseren Vorstellungen ab. Das macht wieder einen grossen Unterschied aus. Obwohl ich mir auch da ganz ehrlich nicht sicher bin. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/21/abgewoehnen-5075782/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-11-19:/2008/11/19/sag-wahrnehmung-umgang-fehlern-verschaerft-5063182/</id><title>Sag ich doch. Wie unsere Wahrnehmung den Umgang mit Fehlern weiter verschaerft</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/19/sag-wahrnehmung-umgang-fehlern-verschaerft-5063182/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-11-19T15:32:32+01:00</published><updated>2008-11-19T15:32:32+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Natuerlich sind wir offen, kooperativ, kommunikativ, kritikfaehig. Wir ermuntern andere, auf uns zuzukommen und zu sagen, was sie anders sehen. Wir hoeren ihnen selbstsicher zu, lassen sie ihre Punkte machen, greifen ihnen gedanklich vorweg und wissen dabei immer schon, was sie nicht verstanden haben. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Dem anderen geht es genauso. Grundsaetzlich wertschaetzend beschaeftigt er sich mit dem, was wir vorgelegt haben, erkennt ein paar Punkte, mit denen er nicht einverstanden ist und bringt diese moeglichst klar und neutral an. - Wohlwissen, dass wir das nicht so einfach hinnehmen werden, sonst haetten wir ja nicht anders begonnen. Oder auch im Glauben, dass uns nur ein fluechtiger Fehler passiert ist, dessen Korrektur wir begruessen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Jeder hat Vorstellungen von seiner Position, von der des anderen und vom Gegenstand der Unterhaltung. Das sind drei grosse Kreise, die einander nur am Rande beruehren. In der Regel sind wir, auch wenn wir um Offenheit bemueht sind, eher damit beschaeftigt, Grenzen aufrechtzuerhalten, sonst gaebe es ja unsere Position nicht, sonst gibt es in Wahrheit uns selbst nicht mehr. Deren Ueberwindung setzt lauteres Anklopfen voraus. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Waehrend wir – kritikfaehig – dem anderen zuhoeren und gleichzeitig unsere Mauern aufrechterhalten koennen wir gar nicht wahrnehmen, wenn etwas unserer Position Widersprechendes auftaucht. Es muss uns deutlicher gemacht werden; es muss klar angesprochen und als Unterschied zu unserer Position, als Fehler in unserer Darstellung, hervorgehoben werden. Das kann unangenehm sein. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Hintergrund des unangenehmen Gefuehls ist, dass es einen Angriff auf unser Selbstverstaendnis darstellt, auch in den kleinsten Angelegenheiten. Nicht recht zu haben ist nich nur eine Frage von Reputation und Macht, es beruehrt direkt unseren Platz in der Welt, sogar grundsaetzlich die Frage, ob wir ueberhaupt einen Platz in ihr haben.&lt;br&gt;
Den Perspektivenwechsel lernen wir sehr schnell ueber Verbote und Erziehungsmassnahmen. Was wir dabei abgeben muessen, holen wir uns spaeter zurueck – wir versuchen es zumindest. Und da beginnen die Probleme erst: Zwei  Diskutierende, die in ihren Versuchen, die Welt zu beschreiben, die Tatsachen verdraengt haben, dass es sich dabei um Versuche und Beschreibungen handelt, sind darauf angewiesen, an ihre eigenen Positionen zu glauben.&lt;br&gt;
Das Anerkennen der Tatsache, dass es sich um Versuche und Beschreibungen handelt, wuerde der Aufgabe der eigenen Position gleichkommen – sie ist nicht unabdingbare Wahrheit.&lt;br&gt;
Solange wir uns selbst nicht anzweifeln, darf es auch kein anderer. Kleine Hinweise nehmen wir nicht wahr, deutliche Hinweise sind massive Angriffe.&lt;br&gt;
Der scheinbar oft unausweichliche Eiertanz - “Ich weiss was Du meinst” - “Du siehst das falsch weil” - “Du verstehst mich nicht richtig” - “Ich verstehe Dich sehr genau” - “Das mag schon sein, aber Du musst auch...” - usw bis in alle Ewigkeit ist ein deutliches Symptom.&lt;br&gt;
Einmal begonnen gibt es auch kein Zurueck mehr: “Gut dann probieren wir eben...” - “Wir sollten unbedingt probieren...” - “Ja, probieren wir...” - “Weisst Dui, ich finde naemlich deshalb, das wir probieren sollten... “ usf. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Weil der andere anders ist, wird er auch dann nicht zu uns, wenn er das moechte. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Der Ausweg?&lt;br&gt;
Ich kenne zwei Einstellungen, die dieses Problem ganz gut beschreiben und umschiffen. Eine zurueckhaltende Zen-Haltung, die davon ausgeht, dass es keinen Unterschied zwischen Innen und Aussen gibt, zwischen mir und dir oder zwischen Menschen und Dingen. Deshalb ist es auch nicht notwendig, etwas zu behaupten oder festzuschreiben.&lt;br&gt;
Die zweite Variante ist die Dissensethik, die den Gedanken der Ueberzeugung lange aufgegeben hat und ihre beschreibende Taetigkeit darauf reduziert, zu beschreiben, dass es verschiedene Haltungen gibt. Konsens wird nicht angestrebt – denn das waere ein Akt der Gewalt. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Fuer die Perspektive der Verstaendigung bleibt uns nur uebrig, Verschiedenartigkeit anzuerkennen und moeglichst die verschiedenen Perspektiven verstehen zu lernen. Und zu verstehen, dass Verstaendnis kein Einverstaendnis bedeutet. Davon koennen wir nicht ausgehen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/19/sag-wahrnehmung-umgang-fehlern-verschaerft-5063182/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-11-14:/2008/11/14/kommunikation-philosophie-5034395/</id><title>Ethik, Baumeister, protestantische Hedonisten</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/14/kommunikation-philosophie-5034395/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-11-14T11:39:45+01:00</published><updated>2008-11-14T12:27:07+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Im November war der milliardenschwere Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner Stargast der von Siemens veranstalteten &lt;a href="http://www.siemens.at/academyoflife/"&gt;Academy of Life&lt;/a&gt;, einem Bildungs- und Diskussionsforum fuer Jungunternehmer und Jungmanager. Diese erarbeiten, unterteilt in verschiedene Departments, Fragen, die der Stargast dann gute zwei Stunden lang beantwortet.&lt;br&gt;
Ich arbeitete mit dem Department fuer Philosophie. Eugen Maria-Schulak, Leiter der &lt;a href="http://www.philosophische-praxis.at"&gt;Philosophischen Praxis in Wien&lt;/a&gt;, gab einen kurzen Ueberblick der wichtigsten westlichen Ethikbegriffe vom Hedonismus bis zur postmodernen Dissensethik.&lt;br&gt;
Die Teilnehmer diskutierten ueber unternehmerische Ethik, ihre Eindruecke von Haselsteiner und ihre eigene Einschaetzung ihrer persoenlichen Ethik.&lt;br&gt;
Fuer mich bemerkenswert:
&lt;/p&gt;
	&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Haselsteiner wurde durchwegs Charisma attestiert. Ja, er ist erfolgreich, spricht in ganzen Saetzen, ist recht selbstbewusst und gelegentlich witzig &amp;ndash; reicht das wirklich, um Begeisterung zu erzeugen? Andererseits: warum hat ihn dann praktisch niemand gewaehlt? &lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Soziales Engagement war ein grosses Thema; Haselsteiner investiert viel in Hilfsprojekte in Moldawien. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein besonderer Schwerpunkt der unternehmerischen Taetigkeit ist, oder einfach ein weiterer an Spezialisten vergebener Auftrag, der eben auch zum Gesamtbild eines  modernen Unternehmens gehoert. &lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die Erwartungshaltung an solche Diskussionsveranstaltungen ist immer hoeher als das Ergebnis sein kann; die meisten Leute sind enttaeuscht und finden, dass ihre Fragen nicht beantwortet wurden. Ich glaube, das ist unabhaengig von den Antworten. Es ist eher ein Ausdruck der &amp;ndash; fuer mich &amp;ndash; Tatsache, dass wir nur das hoeren (wollen) was wir schon (zu) wissen (glauben). &lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es gab tatsaechlich Teilnehmer, die sich aus der Palette der westlichen Ethiken der protestantischen Ethik zuordneten: Arbeite, streng dich an, dann wirst du belohnt. Sie sehen darin sogar den Ausdruck einer Leistungskultur: Viel arbeiten ist gut, wer viel arbeitet, soll belohnt werden. Offen bleiben die Fragen, durch wen diese Belohnung erfolgt und ob das im Diesseits oder im Jenseits passiert. - Fuer mich bedeutet die protestantische Ethik in jedem Fall das Aufgeben von Verantwortung, das Verschieben der Bewertungskriterien nach aussen: Ich brauche mir dann nicht mehr die Frage zu stellen, ob mein Leben gut ist; wichtig ist, dass mein Vorgesetzter zufrieden ist, dass ich keine schlechte Nachrede bei meinen Nachbarn habe. &lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;In einem Raum mit zehn Teilnehmern waren verschiedene ethische Positionen, die sich ueber dreitausend Jahre entwickelt haben, vertreten und es ist kein Blut geflossen. - Die meiste Gespraechsbereitschaft gab es zwischen den Leuten, die sich ihrer unterschiedlichen Positionen bewusst waren &amp;ndash; oder zumindest der Tatsache, dass sie eine Position hatten. &lt;/li&gt;
	&lt;/ul&gt;
	&lt;p&gt;Verzicht auf Recht-haben-Wollen ist in der direkten Diskussion schwer; nicht so leicht wie in der durch Medien vermittelten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/14/kommunikation-philosophie-5034395/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-11-10:/2008/11/10/vorwurfsorientierte-gespraechskultur-5011826/</id><title>Vorwurfsorientierte Gespraechskultur</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/10/vorwurfsorientierte-gespraechskultur-5011826/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-11-10T10:35:26+01:00</published><updated>2008-11-10T10:35:26+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;“Hast Du das schon gemacht?” “Du wolltest doch noch das machen.” “Jetzt ist das noch immer nicht erledigt.”&lt;br&gt;
Welche Beziehung stellen diese Gespraechsfetzen her? Diese drastischen Beispiele sprechen eine deutliche Sprache, obwohl auch sie von den Absendern nicht immer so empfunden werden.&lt;br&gt;
Dieses Nicht-Empfinden hat zwei Auspraegungen: Zum einen haelt sich der Vorwerfende fuer berechtigt, aus seiner Perspektive gibt es allen Anlass, in diesem Ton zu sprechen. Er beansprucht fuer sich das Recht, Dinge einzufordern – wie ein zahlender Gast oder Kunde.&lt;br&gt;
Zum anderen faellt dem Vorwerfden der Ton gar nicht auf. Nich aus Dummheit oder Rohheit, sondern weil er von seiner Position gar so ueberzeugt ist, dass jedes Abweichen ein Affront ist, ein Infragestellung der Weltordnung, dem gar nicht mit genug Entruestung begegnet werden kann. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Deutlich wird das vor allem an den kleinen Vorwuerfen: “So teuer ist das?” “So lang dauert das?” “Warum machst Du das so?”.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Dahinter steckt ein Bezugsrahmen, den die Gespraechspartner nicht teilen. Vor unterschiedlichen oder unterschiedlich verstandenen Hintergruenden gelten nicht die gleichen Werte und Zielvorstellungen; selbst kleine Andeutungen werden so zu massiven&lt;br&gt;
Einspruechen, swie haben das Potential, Streit auzuloesen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Wie kann man solche Warum-Fragen beantworten, wie damit umgehen? Meine Ueberzeugung ist: Gar nicht.&lt;br&gt;
Fuer den Gefragten gibt es nichts zu gewinnen, er kann die Frage nicht zufriedenstellend beantworten, es wird immer nur Nachfragemoeglichkeiten geben. Eine klare, die Oberflaeche streifende Antwort muss ausreichen, um entweder das Thema zu wechseln oder den Hintergrund anzusprechen.&lt;br&gt;
Umgekehrt ist es fuer den Fragenden eine Demonstration von Schwaeche, auf Antworten zu beharren. Sind die Erklaerungen des anderen wichtig? Dienen sie dem Gespraech? Soll offensichtlich sein, welche rhetorischen und ideologischen Finten hinter den Fragen stehen? Soll offensichtlich werden, dass ich auf Hintergruende, Bezusgrahmebn, Voraussetzungen angewiesen bin, um argumentieren zu koennen? &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Trotzdem sind Vorwuerfe – vor allem die kleinen – immer wieder beliebte Gespraechstaktik. Ich bin wirklich dafuer, sie abprallen zu lassen. Ich kenne kein Gespraech, dass davon besser wird, dass die Gespraechspartner einander grosse Perspektiven erklaeren, und einander doch nicht verstehen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Um die Perspektiven zu verstehen und wirklich erklaeren zu koennen, ist fuerchte ich ein ziemlich grosser Abstand notwendig. Das Wissen um das gegenseitige Nichtverstehen kann ein grosser Schritt zum ersten Verstaendnis sein. Ziemlich salbungsvoll. - Darueber reden wir noch mal...
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/10/vorwurfsorientierte-gespraechskultur-5011826/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-11-10:/2008/11/10/welt-wille-foenbuerste-5011716/</id><title>Die Welt als Wille und Foenbuerste</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/10/welt-wille-foenbuerste-5011716/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-11-10T10:18:25+01:00</published><updated>2008-11-10T10:18:25+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;
“Ich bin nicht der Mensch der sich hinstellt mit der Rundbuerste”, sagte die junge Frau im Bus zu ihrer Freundin. Es ging ums Haarewaschen und anschliessende Foenen. Die beiden waren Studentinnen; die Elite des Landes. Sozusagen.&lt;br&gt;
“Ich bin nicht der Mensch der sich hinstellt mit der Rundbuerste” - inwieweit definiert das einen Menschen? Was von diesem Ich ist so wichtig, dass es sich sogar in der Verwendung von Foenbuerstenaufsaetzen ausdrueckt?&lt;br&gt;
Oder, umgekehrte Perspektive: Was an diesem Ich ist so schwach, dass es durch die Verwendung unterschiedlicher Buerstenaufsaetze bestimmt wird?&lt;br&gt;
Und was ist dieses Ich ueberhaupt, wenn es entweder stark oder schwach ist, mit Foens und Haarbuersten kommuniziert und sich von genau diesem einen Punkt des Universums abgrenzen muss?&lt;br&gt;
Es ist etwas, dass sich sehr genau und wichtig nimmt, das auf sich fixiert nach sich sucht und dabei etwas zu sagen versucht, etwas festhalten moechte.&lt;br&gt;
Es moechte wenig Widerspruch und es ist Beleidigungen ausgesetzt. Es ist Teil des – zenmaessig gesprochen – Leidens; etwas Voruebergehendes, staendig in Bewegung Befindliches.&lt;br&gt;
“Sie haben meine Sojajoghurts aufgelassen”, sagte sie dann auch noch. Was fuer eine Gegenueberstellung! “Sie” und “meine”. Die unkontrollierbare Welt rund um meinen klar strukturierten Bereich, meine Kunstvorstellung einer Identitaet, die staendig neu gemauert werden muss. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;“Die Asiaten sind fleissiger als wir”, sagte eine andere junge Frau zu ihrer Freundin. “Ja”, antwortete die, “Aber duemmer.” Was fuer eine Lockerheit, was fuer ein entspannter Zugang. “Die Asiaten”, klar ausserhalb meiner Welt, eine unabgegrenzte Masse, undefinierbares Pack. Das bin ja nicht ich, was interessiert mich also, was sie machen, wenn sie fleissig scheinen; ich will ja auch nicht wissen, welche Foenbuersten sie verwenden. Dumm sind sie auch noch. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Ist nur fuer mich die Grenze zum Rassismus fliessend?
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/10/welt-wille-foenbuerste-5011716/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-11-05:/2008/11/05/social-media-wissensmanagement-voraussetzungen-weltanschauungen-verstaendigung-4987312/</id><title>Social Media, Wissensmanagement: zwischen Voraussetzungen, Weltanschauungen und Verstaendigung</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/05/social-media-wissensmanagement-voraussetzungen-weltanschauungen-verstaendigung-4987312/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-11-05T10:02:28+01:00</published><updated>2008-11-05T10:02:28+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Den Verdacht, dass – grundlegend, oft oder immer – die Voraussetzungen fuer Verstaendigung fehlen, versuche ich oft und immer wieder zu aeussern.&lt;br&gt;
Venkatesh Rao  beschreibt im &lt;a href="http://enterprise2blog.com/2008/09/social-media-vs-knowledge-management-a-generational-war/"&gt;Enterprise2Blog&lt;/a&gt; aehnliche Eindruecke unter unterschiedlichen Vorzeichen: Im Zuge einer Diskussion des Verhaeltnisses von Wissensmagement und Social Media beschreibt er drei handelnde Zielgruppen und deren Verhaeltnis zu Komplexitaet, Dynamik und Wissen. Die Zielgruppen definiert er als Boomer (Jahrgaenge 46-62) Xer (bis Jahrgang 80) und Generation Y oder Milllenials (Geburtsjahrgaenge danach). &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Den Boomern unterstellt Rao so sehr dem klassischen Prinzip der Einfachheit verhaftet zu sein, dass sie mittlerweile die Auseinandersetzung mit Komplexitaet verweigern und ihr auch gar nicht mehr gewachsen sind. Boomer sind die Generation, die Werkzeuge erstellt hat, Problemloesungen vorgezeichnet hat und vieles neu geschaffen hat. Die GenerationX dagegen hatte diese Werkzeuge bereits zur Hand, konnte sie nutzen um Probleme zu loesen und Probleme zu schaffen und um vor allem wieder Komplexitaet zu erzeugen: Verkettung, Vernetzung von Tools und Prozessen basiert auf den Tools der Boomer, beraubt sie aber ihrer bestechenden Einfachheit und Funktionalitaet und setzt sie immer wieder in neue Zusammenhaenge. Dadurch wird Komplexitaet mehr und mehr zum bestimmenden Thema – umso mehr fuer die nachfolgenden Generationen, die in die bestehenden Zusammenhaenge hineingeboren wurden und keine Welt ohne Vernetzung mehr kennen.&lt;br&gt;
Boomer, so Rao argumentierten mit Worten und seien dabei vorrangig auf ihre eigenen Kreise verwiesen. Xer seien dagegen auf Zahlen aus – was man messen kann, kann man bewerten,alles andere muss man offen lassen, ob im Guten oder im Schlechten. Fuer die Generation Y dagegen stelle sich die Frage gar nicht: Sie sei weder auf Messen noch auf Reden aus, sondern einfach auf Weitermachen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Hinter dieser Aufstellung verbirgt sich  insgeheim eine kleine Kurzgeschichte der Philosophie. &lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
Diskurse, Diskussionen, Definitionen – all das dreht sich um Begriffe, um die Erklaerung der Welt mit Worten. Nicht erst Linguistic Turn, Semantik, Semiologie stellen das in Frage; Begriffe und die Regeln der Logik und des Denkens waren immer zugleich seine Schwachstelle (natuerlich: Warum denke ich dann noch?).&lt;br&gt;
Ein Ausweg ist die Substitution der verbalen Praezision durch Messkriterien, am liebsten durch Zahlen. Diese lassen  immer groessere und kleinere Unschaerfebereiche offen. Wie kann man sich diesen naehern? Durch Taten? Gar nicht? Durch – mit Zahlen und Begriffen formulierte – Konzepte von Relativitaet und Unschaerfe?&lt;br&gt;
Oder ueber Netze, die alles enthalten, aber nichts erklaeren? Auch diese Vorstellung hat sich schon gewandelt: Nicht mehr verbundene Knoten, aus einer gemeinsamen Wurzel entstehende Rhizome, sondern einfach fortlaufende Produktion: Jeder macht immer irgendetwas – und kann es sofort sichtbar machen. Dann passiert entweder etwas – oder nicht. Sofortiges Vergessen ist genau so eine wichtige Kompetenz von Netzen wie leichtes Wiederfinden. Nichts geht verloren; vergessen ist unmoeglich – auch wenn sich im Moment vielleicht niemand daran erinnert. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Das sind unterschiedliche Auffassungen, Sichtweisen, die nicht wirklich kompatibel sind. Gemeinsames Wissen, das gesammelt, archiviert und gemanaged werden kann vs. kollektive Produktion, laufende Weiterentwicklung, die durchaus auch auf Vergangenes Bezug nimmt, aber nicht nach Regeln sucht, Massstaebe nicht als Richtlinien versteht, sondern als Messkriterien fuer den eigenen Erfolg: Wenn A schon da ist, dann muss B besser sein. Das bedeutet zugleich, die Perspektiven, den Bezugsrahmen in Frage zu stellen. Anstelle der Wiederholung dessen, was erprobt, dokumentiert und zur Verfuegung gestellt wurde, tritt Neugier, die die oberflaechliche Erscheinungsform eines grundlegenden Unverstaendnis ist. Im Guten wie im Schlechten: &lt;strong&gt;Nichtverstehen als Nichtakzeptieren schafft Freiraeume. &lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
&lt;strong&gt;Was heisst das:&lt;/strong&gt; Sofern wir voraussetzen, dass unser Bezugsrahmen fix ist und unsere Grundlagen klar und gesichert sind, koennen wir Wissen sammeln, dokumentieren und aud dieser Basis Inhalte lehren. Das dient der Reproduktion.&lt;br&gt;
Wo wir das in Frage stellen, koennen und muessen wir laufend neu produzieren, bewegen wir uns in Netzen, um aktuelle Einfluesse zu erfassen, beschaeftigen uns auch mit dem Bestehenden – koennen und wollen aber immer nur Methoden dokumentieren und lehren.&lt;br&gt;
Und auch die stehen natuerlich zur Diskussion. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/05/social-media-wissensmanagement-voraussetzungen-weltanschauungen-verstaendigung-4987312/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-11-03:/2008/11/03/wozu-ganze-4974904/</id><title>Wozu das Ganze?</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/03/wozu-ganze-4974904/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-11-03T09:59:58+01:00</published><updated>2008-11-03T09:59:58+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Vor fast drei Jahren habe ich mit den ersten Notizen begonnen. Ausgangslage war die faszinierende Kluft in der Projektkommunkation damals, die Kluft zwischen deen Auffassungen einiger Kollegen, die einfach nicht vermittelbar oder ueberbrueckbar schien.&lt;br&gt;
Das gleiche Thema kann taeglich und immer wieder, auch mehrmals taeglich aufstossen. - Die Welt steht trotzdem noch.&lt;br&gt;
Ist es deshalb unwichtig, oder ist es gar geloest? Und wer hat gewonnen?&lt;br&gt;
In Wahrheit gehen wir einfach taeglich mit solchen Situationen um, manchmal bewusst, manchmal unbewusst.&lt;br&gt;
Die speziesuebergreifende Metapher – Wie die Tiere – soll darstellen, um welche Bruecken es hier geht. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Und Wozu ist eine andere Frage als Warum. Wozu orientiert sich nach dem Zweck, nach dem, was ich erreichen kann, es fragt nicht nach Gruenden oder Erklaerungen.&lt;br&gt;
Was will ich verstehen: dass es kaum eine Basis fuer Verstaendigung gibt, dass die gemeinsamen Welten denkbar klein und selten sind und dass es etwas wie Selbstverstaendlichekeit praktisch nicht gibt. Ausgenommen sind Kirchen, Politik und andere Sekten, in denen Ein- und Ausgrenzung mit massivem Aufwand betrieben werden.&lt;br&gt;
Trotzdem will ich verstehen.&lt;br&gt;
Wozu also? Um zu vermitteln, dass wir diese Luecken, diese Unueberbrueckbarkeit als unsere Chance nuetzen koennen, Verstaendigung herzustellen. Als eine unserer wenigen Chancen: Wie Diplomaten koennen wir uns auf neutralem Gebiet treffen, wie Napoleon und Zar Alexander eine kuenstliche Insel im Grenzfluss errichten, um dort zu verhandeln (zumindest erzaehlt das Tolstoi so; Krieg gefuehrt haben sie dann ja trotzdem). &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Je genauer wir uns darauf und auf unterschiedliche zu erwartende Szenarien einstellen koennen, desto erfolgreicher werden wir sein. Vorausgesetzt, dass wir das wollen.&lt;br&gt;
Denn Zuhoeren ist auch eine businessrelevante Kompetenz, deren Erfolg ebenfalls gemessen werden kann. Allerdings setzt sie ebenso Verstaendigung (und damit das Wissen um deren Grundlagen) voraus. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/03/wozu-ganze-4974904/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-11-03:/2008/11/03/wirklich-4974898/</id><title>Wie er wirklich war...</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/03/wirklich-4974898/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-11-03T09:58:54+01:00</published><updated>2008-11-03T09:58:54+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Der Tod beruehmter Personen fuehrt uns immer wieder vor Augen, wie wenig wir von ihnen wissen – und wieviel wir zu wissen glauben, oder wissen wollen. - Und wie wenig wir sagen koennen, wenn wir etwas Schlaues sagen wollen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Das liegt nicht nur daran, dass es in diesen Faellen wirklich vorbei und zu spaet ist oder dass man einen Menschen nie zur Gaenze kennt. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Es ist einfach immer so, dass wir nur sehr wenig sehr genau wissen. Jeder Journalist, der seine eigene Arbeit ehrlich beurteilt, jeder Versicherungssachverstaendige, der ernsthaft einen Schadensfall beurteilen moechte, jede kleine Buerostreitigkeit kommt immer wieder an den Punkt, an dem die Frage “Wie war es wirklich?” wieder und wieder neu gestellt werden kann, und an dem die Antwort jedes Mal anders aussehen kann und wird. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Das ist auch nicht nur eine Frage der Perspektive. Es liegt in der Natur der Dinge – oder in der Natur unserer Gedanken, dass die Dinge und unsere Vorstellungen von ihnen nie wirklich zusammenpassen koennen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Darauf stossen wir immer wieder. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Wobei: Wodurch soll sich dieses Wissen absichern lassen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/11/03/wirklich-4974898/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-10-30:/2008/10/30/zahlen-kaffeetassen-gute-ruf-4957220/</id><title>Zahlen, Kaffeetassen und der gute Ruf</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/30/zahlen-kaffeetassen-gute-ruf-4957220/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-10-30T18:08:40+01:00</published><updated>2008-10-30T18:08:40+01:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Jedes Unternehmen hat – ab einer gewissen Groesse – immer schon Zahlen veroeffentlicht. Und jedes Mal ist es ein Aufwand, Quartals-, Jahres- und Geschaeftsberichte zu erstellen, als geschaehe es zum ersten Mal. Das sind die normalen Anlaufschwierigkeiten, die es jedes Mal mit sich bringt, wenn etwas wirklich funktionieren muss, wirklich konsistent sein muss und auch den zweiten und dritten Fragen standhalten muss. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Kommt das auch so an? Vieles wirkt ueberfluessig, wird bestimmt nicht wahrgenommen und erzeugt einen eher pedantischen Eindruck. - Allerdings nur waehrend der Produktion. Das fertige Produkt wirkt unauffaellig – sofern keine Fehler auffallen.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Ist das notwendig; haben sauber getippte Berichte wirklich das Potential, zu ueberzeugen?&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Es verhaelt sich aehnlich wie mit Kugelschreibern und Kaffeetassen: Im Moment sind sie sogar eher laestig. Spaeter sind sie allerdings das einzig verbleibende Verbindungsstueck. Das, das ein grosses Viellfaches mehr als nichts ist. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Einmal mehr sind es nur die Spitze des Eisbergs, ein laengst vergangener Eindruck, ein Gegenstand in Verbindung mit einer Erinnerung, die alles sind, wonach sich unser Urteil richtet. Der Kram dahinter interessiert niemanden – dennoch ist er unverzichtbar. Denn er erzeugt diese Spitze erst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/30/zahlen-kaffeetassen-gute-ruf-4957220/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-10-20:/2008/10/20/gewoehnungseffekte-4901778/</id><title>Gewoehnungseffekte</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/20/gewoehnungseffekte-4901778/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-10-20T16:21:54+02:00</published><updated>2008-10-20T16:21:54+02:00</updated><content type="html">&lt;p&gt;Wir sind nicht die Early Adopters, zumindest nicht die, die man als kommerziell relevant wahrnehmen koennte. &lt;br&gt;Wir haben uns vielleicht viel und oft mit neuen Gadgets, Technologien und Medien beschaeftigt &amp;ndash; um sie dann immer wieder verschwinden zu lassen, um uns dem naechsten Hoffnungstraeger zu widmen. &lt;br&gt;Onlinefernsehen oder IP-TV im Jahr 2000, Phantasien ueber mit Soap Operas verschmolzenen Ecommerce, ueber die Revolution vom passiven Fernsehkonsumenten zur Wohnzimmercouch als interaktive Schaltzentrale.&lt;br&gt;UMTS 1999, mobiles Breitband in den Kinderschuhen, Location Based Services, die Kunstpreise gewonnen haben (obwohl sie gar keine Location Based Services waren &amp;ndash; der mobile Public Toilet Guide fuer London musste unter ausdruecklicher Angabe des aktuellen Standorts abgefragt werden, und eine dann doch abebbende Suche nach der Killerapplikation.&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;Heute, wo ich mit einer hybriden Konstruktion aus PDA, Subnotebook, Notebook im Buero-LAN und WLANs in Starbucks und Flughafenlounges arbeite, komme ich auch damit zurecht. &lt;br&gt;Jene Bekanntenkreise, die ich noch vor nichteinmal fuenf Jahren fuer gar keine der wirklich praktischen Onlinemedien erwaermen konnte, erwaegen jetzt ernsthaft, zwei- vierhundert Euro fuer Breitbandhandies mit eingebauter Videokamera, Navigationssystem, mobilem Shoppingfinder und anderen nuetzlichen Dingen auszugeben.&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;Das repraesentiert einen Lernprozess, der auch fuer andere Bereiche gilt: Unfertige Produkte oder Ideen locken Pioniere an; dann wird gebastelt, geprobt, verbessert und verworfen, bis ein funktional einwandfreies Ergebnis vorliegt. Dann passiert &amp;ndash; gar nichts. Viele Verwertungsideen werden gleich wieder verworfen, manche finden vielleicht einen Investor; gleich und ueberzeugend erfolgreich ist keine. &lt;br&gt;Fuenf bis sieben Jahre spaeter tauchen die gleichen Ideen oder Produke wieder auf, oft als Zusatz oder Variation eines schon bestehenden Produkts. Waehrend die Pioniere gelangweilt sind, nichts Neues sehen und schon wieder mit dem naechsten Thema beschaeftigt sind, ist das verschobene Zielpublikum jetzt gross genug. Mit entsprechendem Abstand zur funktionalen Moeglichkeit ist jetzt auch der Bedarf entstanden &amp;ndash; oder verstanden. &lt;br&gt;&lt;br&gt;Fuenf bis sieben Jahre von der Ausformulierung, vom einwandfreien technischen Zustand bis zur Akzeptanz &amp;ndash; bei Gedanken kann das laenger dauern. &lt;br&gt;Von der Avantgarde zum Mainstream, von der Utopie zum fuer jedermann nachvollziehbaren Gedankengut, vom Gedankenexperiment zum Wiedererkennungseffekt &amp;ndash; die Pionierarbeit der Kommunikation liegt nicht nur darin, laut, einfach und deutlich zu reden, sondern auch so praesent zu sein, dass die Wiedererkennung beschleunigt wird. Das kenne ich, das habe ich schon mal gehoert, das ist nichts Neues &amp;ndash; es schadet vielleicht der persoenlichen Eitelkeit, so etwas zu hoeren, es foerdert aber die Chance, den eigenen Plan weiterverfolgen zu koennen. &lt;br&gt;Fazit: &lt;br&gt;&lt;br&gt;*  Auch Bullshitbingo muss zielgruppenorientiert sein &amp;ndash; jeder braucht seine persoenliche Predigt.&lt;br&gt;*  Die Bullshitkeywords der jeweiligen Zielgruppe sind unschaetzbares Wissen &amp;ndash; lerne sie kennen und verstehe ihre Entstehung. &lt;br&gt;*  Breite Streuung von Ideen und Plaenen ist ein patentes Erfolgsrezept &amp;ndash; allerdings nur dann, wenn die Vorbereitung passt und jedes Detail so weit durchdacht ist, dass allen moeglichen Einwaenden aus allen moeglichen Kreisen mit dem gleichen saloppen Ton begegnet werden kann.&lt;/p&gt;&#13;
&lt;p&gt;Einfacher wird's dadurch auch nicht...&lt;/p&gt;&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/20/gewoehnungseffekte-4901778/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-10-15:/2008/10/15/strategie-allgegenwart-4875558/</id><title>Strategie ist Allgegenwart</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/15/strategie-allgegenwart-4875558/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-10-15T14:29:22+02:00</published><updated>2008-10-15T14:29:22+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Vorausschauen, planen, Ziele verfolgen, kontrollieren und steuern. Ablenken, Umwege gehen, Eventualiaeten beruecksichtigen, den Gegner kennen. Spionieren, imponieren, durchsetzen. - Um all das tun zu koennen, muss man allmaechtig sein.&lt;br&gt;
Allgegenwaertig reicht zur Not auch.&lt;br&gt;
Tatsaechlich ist Allgegenwart ein gutes Mittel, um Druck zu erzeugen, den Boden fuer Entscheidungen aufzubereiten, Ueberraschungen zu vermeiden und die eigene Position kontrollieren zu koennen.&lt;br&gt;
Und Allgegenwart ist etwas, das wir heute erreichen koennen:&lt;br&gt;
Spurenlesen: Jeder hinterlaesst Spuren; echte, digitale, im Bewusstsein anderer Leute, in Entscheidungs- und Bewertungsprozessen. Diese Spuren lesen zu koennen ist fast so gt, asl waeren wir dabei gewesen.&lt;br&gt;
Spuren hinterlassen: Wir selbst hinterlassen Spuren; das zu wissen und zu kontrollieren erweitert die Wirkung unsere Aktivitaeten – je deutlicher und klarer lesbar die Spuren sind, desto breiter kann die Wirkung sein.&lt;br&gt;
Zuhoeren: Information in Nebensaetzen ist Information, die uns nicht gezielt und oft unbewusst gegeben worden ist. Registrieren wir sie trotzdem, verschafft das nicht nur einen Informationsvorsprung, es stellt andere auch vor die Frage, woher wir diese Information haben, wie wir dazu kommen.&lt;br&gt;
Interpretationsspielraum steuern: Die gleiche Information kommt bei jedem anders an. Wir koennen das nuetzen und jedem den Interpretationsspielraum geben, den wir brauchen. Damit koennen wir verschiedenes meinen, ohne verschiedenes zu sagen.&lt;br&gt;
Tempo: Wir brauchen auf alles schnell eine Antwort, auch wenn sie nur lautet “Das ist eine gute Frage.” Es ist wichtig, vorausschauend agieren und schnell reagieren zu koennen, keine erkennbaren Nachdenkpausen zu zeigen und dennoch nicht ueberstuerzt zu wirken. Vorbereitung ist in den meisten Faellen die Loesung; Szenarien muessen zumindest imKopf durchgespielt werden.&lt;br&gt;
24/7: Allgegenwaertig heisst nicht nur ueberall, sondern auch immer. Mobile Technologie hilft, unseren Aktionsradius nicht nur raeumlich, sondern auch zeitlich zu erweitern. Fragen von spaetabends koennen wir gleich in der Frueh beantworten, noch bevor der Fragensteller morgens im Buero ist – wenn die Vorbereitung passt. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Der Aufwand ist hoch, das Risiko auch. Wogegen uns die beste Strategie nicht absichert, ist das Infragestellen des Gesamtzusammenhangs. Im Gegenteil: Je runder ein Projekt ist, je besser abgesicher, abgegrenzt und argumentiert, desto hoeher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht veraendert wird – sondern zur Gaenze gekippt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/15/strategie-allgegenwart-4875558/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-10-15:/2008/10/15/medien-gibt-4875531/</id><title>Medien - gibt es noch etwas ohne?</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/15/medien-gibt-4875531/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-10-15T14:24:03+02:00</published><updated>2008-10-15T14:24:03+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Vielleicht koennen noch die Geschichten, die Grossmuetter ueber das eigene Zuhause erzaehlen, als nicht medial vermittelt gelten. Alles andere bezweifle ich.&lt;br&gt;
Die Urspruenge der Medientheorie waren fuer uns Nachgeborene (am Fernsehzeitalter gemessen) nie leicht nachzuvollziehen: Was fanden Leute wie Walter Benjamin an der Reproduzierbarkeit von Werken, was fuer ein Problem hatte Guenter Anders mit dem Fernseher? - Es war doch immer schon da...&lt;br&gt;
Irgendwann gab es eben tatsaechlich einmal den Zeitpunkt, an dem die Distanz und die gleichzeitige Allgegenwart, die demokratische Macht und das Manipulationspotential der Medien tatsaechlich neu waren. Bewegte Bilder von der anderen Seite der Welt, vom Mond, vom Grund des Meeres – heute wissen wir, wie das aussieht; es interessiert uns vielleicht dann noch, wenn es live ist, einen besonderen Moment abdeckt oder in irgendeiner Weise fuer uns steuerbar ist.&lt;br&gt;
Diese Selbstverstaendlichkeit sorgt nicht nur fuer eine Inflation der Inhalte, sie draengt auch die funktionale Grundlagen in den Hintergrund: Beschaeftigt es uns noch, welchen Konventionen Text- und Bildsprache welcher Medien folgen, in welchen Zusammenhaengen das steht und wo uns das hinbringt? Wissen wir ueberhaupt noch, ob und wie wir diese Frage stellen koennen?&lt;br&gt;
Onlinemedien und ihre Interaktionsmoeglichkeiten haben die durch die Vermittlung entstandene Distanz noch naeher an uns herangerueckt – dieses Paradoxon der immer weiteren Entfernung und Verschleierung durch immer mehr Naehe bestimmt unseren Alltag. Unser Alltag ist so voll von so viel scheinbar gleichwertigen Erscheinungen, dass es nahezu muessig ist, zwischen  “originalen” und sekundaeren Erscheinungen unterscheiden zu wollen. - Wir redn von unseren Nachbarn wie von entfernten Aliens, deren Verhaltensweisen wie von einem anderen Planeten fuer uns unerklaerlich sind (“Ich wuerde das anders machen”, “Ich verstehe den K. ueberhaupt nicht, wie kann der sich das gefallen lassen”, “Die spinnen doch alle!”); nicht anders oder eher vertraulicher gehen wir mit Robbie Williams, Britney Spears oder Steve Jobs um (“Schon ein musikalisches Genie”, “Bei der Entwicklung muss man mal zusammenbrechen”, “Ich wuerde auch mit niemandem teilen wollen”).&lt;br&gt;
Menschen, deren Welt rein gar nichts mit uns zu tun haben, sind uns naeher, als Leute die in der realen Welt gleich neben uns sitzen. Die Entfernung ist so gross, dass sie problemlos uebebrueckt werden kann; es gibt keine Naehe, die stoerende Nebengeraeusche verursacht. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Deshalb ist egal, was “wirklich” ist. Wichtig ist, was wir verstehen wollen und koennen. Wichtig ist, die Prozesse zu kennen, die dabei in uns ablaufen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/15/medien-gibt-4875531/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-10-14:/2008/10/14/kreativitaet-4868780/</id><title>Kreativität</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/14/kreativitaet-4868780/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-10-14T10:44:21+02:00</published><updated>2008-10-14T10:44:21+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Ich hatte lange Zeit absoluten Abscheu vor diesem Wort. Es bedeutete fuer mich eine reine Worthuelse im Kampf gegen die Langeweile fuer Hausfrauen mittleren Alters, fuer Bueroangestellte und Umwege auf ihren in Pantoffeln zurueckgelegten Wegen zwischen Schreibtisch und Kaffeemaschine, oder, wenn sie aufs Geschaeft bezogen wurde, eine Umschreibung fuer Gier.&lt;br&gt;
Heute sehe ich das anders. Kreativitaet ist eine erstrebenswerte und seltene Faehigkeit, eine Eigenschaft, die vor allem jene unterschaetzen, die sie haben., Es braucht gewaltige Anstrengung, um mitten aus dem Alltag heraus etwas anders zu machen, um neue Loesungen zu finden und etwas zu schaffen.&lt;br&gt;
Das muss nicht immer ein ganzes, nicht immer ein komplettes Werk sein. Eine Idee fuer eine Textpassage, eine Vision fuer die Gestaltung eines Meetings, die Idee fuer das passende Foto in einer Praesentation – das loest nicht nur das aktuelle Problem, es ist nicht nur eine von vielen Arten, etwas umzusetzen - das schafft eine neue, oft, fuer viele Empfaenger, vielleicht auch die erste Moeglichkeit, Dinge, Loesungen, Problemstellungen ueberhaupt wahrzunehmen.&lt;br&gt;
Kreativitaet kann der Spielerei und Unterhaltung dienen, sie kann auch klare Ziele verfolgen. Witzige Texte und Wortspiele erfuellen vor allem in journalistischen Texten selten einen anderen Zweck als den, die schreiberischen  Qualitaeten des Autors zu unterstreichen. “Sinnvolle” Kreativitaet (hier spielt jetzt eine unerwuenschte moralische Komponente mit) ist es beispielsweise, den Text in eine anziehende, im Hintergrund verbleibende, aber in jeder Hinsicht passende Story zu verpacken – vielleicht auch noch so weit, dass diese gar nicht eigens erwaehnt werden muss.&lt;br&gt;
Das Wort Kreativitaet ist auch dann angebracht, wenn Prozesse neu festgelegt werden muessen, Geschaeftsmodelle auf dem Pruefstand stehen oder langfristige Perspektiven greifbar gemacht werden muessen.&lt;br&gt;
Mittlerweile sehe ich mich lieber in einem Boot mit unfoernigen Toepferarbeiten und Serviettentechniken , als mit der strikten Abwicklung von Aufgaben und Zustaendigkeiten. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Was hat das mit dem Themenkreis von Kommunikation, Wahrnehmung und Verstaendigung zu tun?&lt;br&gt;
Kreativitaet bedeutet, Grundlagen in Frage zu stellen. Wer das nicht tut, wer eingefuehrte Wege verfolgt oder laufende Geschaefte abwickelt, ist darauf angewiesen, dass seine Annahmen stimmen.&lt;br&gt;
Das kann lange Zeit gut gehen – muss es aber nicht.  Es gibt schleichende Veraenderungen und es gibt ploetzliche Umbrueche; beiden kann sowohl mit eingefahrenen Mustern als auch mit der Suche nach neuen Mustern begegnet werden.&lt;br&gt;
Aus dieser Perspektive steht Kreativitaet fuer eine Art, mit dem Bewusstsein um die Unsicherheit, Abhaengigkeit und Vernetztheit umzugehen. Der Umgang kann in Resignation resultieren, in Verzweiflung und Passivitaet, aber auch in dem Gefuehl der Freiheit.&lt;br&gt;
Freiheit bedeutet dann, Verantwortung. Um beim Beispiel zu bleiben, die Verantwortung, einen Text nicht nur um lustiger Wortspiele willen “kreativ” zu schreiben, sondern einen guten, erzaehlenden Zugang zu waehlen. Oder die Verantwortung, ein neues Geschaeftsmodell nicht nur seiner kurzfristigen Marketing- und PR-Qualitaeten zu verfolgen, sondern es in aller – scheinbar unkreativen – Pedanterie genau durchzurechnen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/14/kreativitaet-4868780/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-10-10:/2008/10/10/umsetzen-entscheiden-4850234/</id><title>Umsetzen, Entscheiden</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/10/umsetzen-entscheiden-4850234/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-10-10T14:45:33+02:00</published><updated>2008-10-10T14:45:33+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Umsetzen ist im Gegensatz zum Durchsetzen grundsaetzlich ein rein beschreibendes Wort. Es hat nichts mit Macht zu tun, sein Zweck hat weniger mit dem sozialen Gefuege rundherum als mit seinen eigenen　Zielen zu tun: Wenn abhaengig vom sozialen Umfeld nicht sicher ist, ob man etwas umsetzen kann, muss man es eben durchsetzen.&lt;br&gt;
Umsetzen ist allerdings ein gleichwertig wenn nicht so gar noch staerker mystifizierter Begriff als Durchsetzen. Umsetzungsstaerke ist, eben noch vor Durchsetzungsvermoegen, neben Verkaufstalent der Renner in Stellenangeboten. Am Umgesetzten werden Manager gemessen; Umsetzer sind gefragte Mitarbeiter.&lt;br&gt;
Dem Umsetzen geht immer eine Entscheidung voraus: Was soll umgesetzt werden? Darauf folgt ein Enschluss: Ja, wir setzen das wirklich um. Erst dann kann wirklich die Umsetzung folgen.&lt;br&gt;
Diese Schritte bieten immer wieder Gelegenheit zum Zoegern: Wissen wir schon genug? wollen wir das wirklich? Koennen wir das auch?&lt;br&gt;
Ist einmal der Entschluss gefasst, dann werden sowohl Entscheidung als auch Umsetzung masslos ueberschaetzt. Ich habe das entschieden, wir setzen das so um – was genau soll das bedeuten?&lt;br&gt;
Ich glaube das heutiger Sicht, dass ich genug Information habe, um unter diesen und jenen Voraussetzungen an diesen und jenen Ausgang dieses und jenes Vorhabens zu glauben. - Das ist der Optimalfall einer Entscheidung, die nicht durch persoenliche Interessen oder einseitige Blindheit motiviert ist. Der Entschluss ist das Bekraeftigen dieser Entscheidung; hier fangen wir an.&lt;br&gt;
Was bedeutet das fuer die Umsetzung? Was bedeutet Entscheidung zur Umsetzung ueberhaupt? - Es ist nicht moeglich, etwas einfach im Ganzen umzusetzen. Es ist auch nicht moeglich, etwas, einen Prozess, einen Verlauf, mit einer Entscheidung zu steuern. Es immer immer nur moeglich einen Schritt zu machen. Es ist sehr wohl moeglich, viele Schritte vorzubereiten oder umgekehrt viele Schritte unmoeglich zu machen – aber das passiert immer nur durch einen einzelnen Schritt.&lt;br&gt;
Trotz aller Entscheidungen koennen wir also immer nur einzelne Schritte umsetzen – wir koennen uns dazu entscheiden, diesen Schritt genau so zu machen. Wir koennen uns fuer viele Schritte zugleich entscheiden, aber wir koennen immer nur einen nach dem anderen machen.&lt;br&gt;
Und wir koennen uns bei jedem Schritt neu entscheiden. Das ist schon fast wie Zen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/10/10/umsetzen-entscheiden-4850234/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-09-30:/2008/09/30/verstaendigung-verstehen-durchsetzen-4799890/</id><title>Verständigung, Verstehen, Durchsetzen</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/09/30/verstaendigung-verstehen-durchsetzen-4799890/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-09-30T08:58:38+02:00</published><updated>2008-09-30T08:58:38+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Ich kann hundertprozentig verstehen was du moechtest, warum du es moechtest und was ich dafuer tun sollte.&lt;br&gt;
Aber ich muss trotzdem nicht deiner Meinung sein, und ich muss schon gar nicht das tun, was du moechtest. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Manchmal ist es wohl hilfreicher, die eigene Entscheidung zu begruenden und dann hoeflich zu bitten, als einfach lauter “nein” zu sagen. Manche Menschen scheinen das aber genau umgekehrt zu sehen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Das Problem am Durchsetzungsvermoegen als Begriff ist, dass damit nur das durchgesetzt werden kann, was auch real durchgesetzt werden kann:Es ist eine Begleiterscheinung der Macht, keine Begruendung ihrer. Trotzdem geht es nicht ohne – Macht allein bedeutet nicht automatisch Durchsetzung.&lt;br&gt;
Durchsetzungsvermoegen wird damit zu einer negativen, ueber Abgrenzung definierten Eigenschaft. Sie ist notwendiges Beiwerk der Macht, ohne das nichts erreicht werden kann, umgekehrt kann es kein Durchsetzungsvermoegen ohne Macht geben.&lt;br&gt;
Wichtige Voraussetzung fuer beides ist die Faehigkeit, sich verstaendlich zu machen. Eine simple Erklaerung hilft meist mehr als alle Allmachtsphantasien, “Nein, weil...” ist einem “Nein” allein immer ueberlegen. Das gilt umso mehr, wenn nicht etwas verhindert, sondern etwas bewirkt werden soll.&lt;br&gt;
Die Voraussetzung, sich verstaendlich zu machen, ist es, die eigenen Muster zu kennen, und die Muster des anderen zu kennen.&lt;br&gt;
Diese Zusammenhaenge haben keinen Anfang und kein Ende, es gibt kein Generalrezept, mit dem immer alles klappt. Vielleicht gibt es eine Grundhaltung, mit der wir leichter verstehen, was notwendig ist: Das Wissen, dass alles Verhandlungssache ist, dass jeder anders ist und alle Grundeinstellungen verschieden sind – und dass trotzdem alle mit dem gleichen Ausgangsmaterial unterschiedliche Muster bilden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/09/30/verstaendigung-verstehen-durchsetzen-4799890/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-09-25:/2008/09/25/praktische-philosophie-4779108/</id><title>Praktische Philosophie</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/09/25/praktische-philosophie-4779108/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-09-25T16:34:45+02:00</published><updated>2008-09-25T16:37:16+02:00</updated><content type="html">	&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span&gt;Philosophieabsolventen tun oft unabsichtlich alles, um ihrem Ruf als unpraktische Theoretiker gerecht zu werden:Sie schieben ihr Wissen, ihre ganze Ausbildung beiseite, um irgendeinen Beruf auszuueben: Taxifahrer, Journalist, Manager &amp;ndash; und sind dann noch froh, einen Job ergattert zu haben. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
	&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span&gt;Philosophische Kompetenzen (und ich sage bewusst nicht Kenntnisse) zaehlen heute zu den wichtigsten Kompetenzen ueberhaupt. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
	&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span&gt;Nicht das Wissen um Konzepte, Modelle und philosophische Gebaeude ist wichtig, sondern die Faehigkeit, Methoden anzuwenden, Perspektiven zu wechseln, Vordergruendiges zu hinterfragen, und, vor allem, die Faehigkeit mit Ungewissheiten, ungeloesten Fragen zu leben und weiterzuarbeiten. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
	&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span&gt;Welche sind die wichtigsten philosophischen Kompetenzen:&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
	&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;
&lt;span&gt;Die Faehigkeit, Orientierung zu suchen und Orientierungsmoeglichkeiten zu schaffen: Vorhandenes wird in Beziehung gesetzt, zueinander, zu Anderem, Aehnlichem, Entgegengesetztem. Das bereitet die Grundlage fuer Verstehen, Entwickeln, Verbessern &amp;ndash; und damit fuer konstruktive Nutzung ueberhaupt. &lt;/span&gt;
&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;
&lt;span&gt;Eine Folge der Orientierung aber auch eine wichtige eigenstaendige Disziplin sind das Eroeffnen, Beschreiben und Wechseln von Perspektiven. Das Wissen, dass alles, auch die groessten Ueberzeugungen und die scheinbaren Selbstverstaendlichkeiten, nur eine Frage der Perspektive sind, ist in jeder Kommunikationssituation von immenser Bedeutung. &lt;/span&gt;
&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;
&lt;span&gt;Vielseitigkeit bedeutet die Faehigkeit, verschiedene Perspektiven zu verstehen und abwechselnd einnehmen zu koennen. Vielseitigkeit gilt aber auch in ganz engen sachlichen Sinn: Abstraktion hilft, aehnliche Methoden mit Erfolg in verschiedensten Disziplinen anzuwenden. &lt;/span&gt;
&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;
&lt;span&gt;Aehnliches gilt fuer Wendigkeit: Die Faehigkeit, schnell und vollstaendig zwischen unterschiedlichen Perspektiven und Orientierungsrahmen wechseln zu koennen, bedeutet Kreativitaets- und Produktivitaetsgewinn sowie die Voraussetzung, als Dolmetsch aktiv werden zu koennen. Der Philosoph in der Industrie muss auch das Zeug dazu haben, als Katalysator zwischen den Fronten stehen zu koennen. &lt;/span&gt;
&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;
&lt;span&gt;Distanz zu den Dingen und Meinungen, Heimeligkeit in der Fremdartigkeit, das Wissen, dass alles auch eine Kehrseite hat und andere Faehigkeiten, mit Ungreifbarem umzugehen vervollstaendigen Schritt fuer Schritt das Bild. Die Eigenschaften kreisen immer wieder um Abstand, Flexibilitaet und Fragefreudigkeit, gehen scheinbar an der direkten Produktivitaet vorbei, sind aber &amp;ndash; und das ist eine meiner wenigen festen Ueberzeugungen &amp;ndash; vor allem heute und vor allem in der Wissensindustrie, die wichtigsten Voraussetzung fuer Kreativitaet und damit fuer Produktivitaet&lt;/span&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;span&gt; &lt;/span&gt; &lt;br&gt;
&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span&gt;Das bedeutet auch, dass es erstrebenswert ist, immer wieder vor denselben Problemen stehen zu koennen, sie immer wieder neu zu betrachten und nach neuen Loesungen suchen zu koennen. Das ist das Staunen, das die klassischen Philosophen als Grundlage ihres Handwerks beschrieben haben. Das ist Mu, Mushin, der unvoreingenommene Anfaengergeist, den Zen-Meister als wichtige Grundhaltung empfehlen. Das ist die Faehigkeit, nichts zu uebersehen &amp;ndash; wie ein Raubtier auf der Jagd, wie ein Beutetier auf der Flucht, wie die Kuh vor dem neuen Tor.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/09/25/praktische-philosophie-4779108/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-09-25:/2008/09/25/entspannen-pferd-4779097/</id><title>Entspannen wie ein Pferd</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/09/25/entspannen-pferd-4779097/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-09-25T16:32:13+02:00</published><updated>2008-09-25T16:32:13+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Mit ihrem Zwei-Sekunden-Gedaechtnis sind Pferde gesegnet, was Gelassenheit betrifft. Sie haengen an wenig fest, konzentrieren sich auf das Wesentliche (Futter und Pause) und schaffen es, binnen weniger Sekunden voellige Entspannung zu erreichen – und die auch tatsaechlich zu geniessen. Die groesste Belohnung fuer ein Pferd ist die Pause.&lt;br&gt;
Die Schattenseite: Die kurze Gedaechtnisspanne beguenstigt falsche Verknuepfungen, unliebsame Erinnerungen koennen sich genau so schnell einpraegen wie angenehme.&lt;br&gt;
Das schnelle Wegdaemmern bedeutet ausserdem den Verlust der Kontrolle ueber die Umgebung: Alles moegliche kommt ploetzlich ploetzlich und ist erst einmal bedrohlich. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Kann das also ein verlockendes Vorbild sein?&lt;br&gt;
Die guten Seiten sind schnelle Entspannung, schnelles Vergessen und Verzeihen, ein Faible fuer leichte und schnelle Zusammenhaenge und eine Beneidenswerte Offenheit gegenueber allem in der Welt – sowohl dem Erstrebenswerten als auch dem weniger Erstrebenswerten gegenueber.&lt;br&gt;
Die schlechten Seiten sind eine gewisse Passivität, Ausgeliefertsein - wir sind eher reagierend als agierend.  &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/09/25/entspannen-pferd-4779097/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-09-09:/2008/09/09/ethik-maenner-4703912/</id><title>Ethik fuer Maenner</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/09/09/ethik-maenner-4703912/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-09-09T16:03:02+02:00</published><updated>2008-09-09T16:03:02+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Natuerlich muss man das demokratisch angesehen, sagte R., als wir beim Essen die internationale Abstimmung eines grossen Projekts diskutierten. Man muss alles besprechen, jeder darf etwas sagen – dann muss es zwei Tote geben und der Chef muss sich durchsetzen. Das ist ein fairer demokratischer Prozess.&lt;br&gt;
Interessant dass du das so sagst, meinte M., die uns begleitete. Von Maennern habe ich immer gehoert, dass man auf am Boden Liegende nochmal hintreten muss, um sicher zu gehen. Ich wollte dass nie, jetzt habe ich das aber so oft gehoert – und Deine Toten gehen ja auch in diese Richtung. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Es gibt Unterschiede zwischen ueberzeugendem Auftreten und nachtragender Hinterfotzigkeit. Jeden zu Wort kommen lassen, aber keinen Zweifel an Richtung und Zielen aufkommen lassen, Meinungen dulden, aber ihre Durchsetzung verhindern, unloesbare Probleme anerkennen – aber keinen Widerspruch dulden. Das ist etwas anderes, als persoenlichen Sieg erzwingen zu wollen oder gar die persoenliche Niederlage des anderen.&lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Ueberzeugendes Auftreten setzt gute Vorbereitung voraus. Zeit fuer die Nachruestung muss eingeplant sein – vielleicht ist ein Drittel der Zeit produktiv und direkten Auseinandersetzungen gewidmet, die restliche Zeit geht fuer kampfkrafterhaltende Massnahmen auf, und sei es putzen, essen oder schlafen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Waehrend manche sich in der Auseinandersetzung in die Person des anderen verbeissen, den persoenlichen Sieg mit der Niederlage des anderen verbinden und der Meinung sind, nach dem Sieg ueber den Gegner freies Feld zu haben, stellen andere die eigenen Interessen so sehr in den Vordergrund, dass persoenliche Aspekte anderer voellig irrelevant sind. Feinde, Freunde – wenn es der Sache dient, ist jedermanns Unterstuetzung willkommen.&lt;br&gt;
In beiden Faellen hat Widertstand sehr unangenehme Folgen – wenn die Durchsetzungskraft ausreicht. Im ersten Fall auf Grund gezielter Attacken, im zweiten Fall sind persoenliche Betroffenheiten Kollateralschaeden; es ging halt gerade nicht anders. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Die Wahl der Waffen und der Strategie haengt von den Persoenlichkeiten beider Seiten ab. Manche Gegner/Partner/Kollegen lassen keine Wahl – sie fordern dermassen persoenlich heraus, dass die persoenlich behandelt werden muessen. Umgekehrt erleben andere das Projekt nicht als Erfolg, wenn es nicht auf der anderen Seite auch eine persoenliche Niederlage zu erleben gibt. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Ich halte es nicht fuer eine Mann/Frau-Frage, sondern fuer eine Sache der persoenlichen Instinkte. Je entspannter jemand die Durchsetzung eigener Plaene angehen kann, weil er es fuer selbstverstaendlich haelt, eigene Interessen zu vertreten und mit Widerstand umzugehen, desto ruhiger kann die Durchsetzung erfolgen; es braucht keinen Theaterdonner und kein unnoetiges Blutvergiessen.&lt;br&gt;
Je mehr sich jemand aufmunitionieren muss, sich selbst antreiben, um sich in die Lage zu versetzen, Widerstand auszuhalten und zu ueberwinden, desto groessere Kreise zieht ein Kampf, desto mehr Kollateralschaeden gibt es, desto deutlicher muss ein Sieg ausgekostet werden – nicht zuletzt durch die Niederlage des anderen. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Kraeftige saubere Schnitte sind nur durch starke Positionierung und eine gewisse Macht moeglich.&lt;br&gt;
Einmal mehr: Gute Vorbereitung ist unerlaesslich, Kenntnis der eigenen Strategien und jener des Gegners helfen, einen kleinen Startvorteil zu verschaffen. Und dazu muessen wir verstehen, wie der Gegner kommuniziert, und wir muessen wissen, wie er uns versteht. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Und wir muessen einschaetzen koennen, wie deutlich ein Erfolg sein muss, um auch als Erfolg wahrgenommen zu werden. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/09/09/ethik-maenner-4703912/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry><entry><id>tag:wiedietiere.blog.de,2008-09-08:/2008/09/08/beleidigung-4697056/</id><title>Beleidigung</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiedietiere.blog.de/2008/09/08/beleidigung-4697056/"/><author><name>benutzer</name></author><published>2008-09-08T08:35:24+02:00</published><updated>2008-09-08T08:35:24+02:00</updated><content type="html">	&lt;p&gt;Warum sind wir beleidigt? Was heisst das?&lt;br&gt;
Gekraenkter Stolz hat mit unterschiedlicher Wahrnehmung zu tun. Ich sehe mich so, Du siehst mich anders. Das waere mir wichtig, Du ignorierst es. Das wollte ich nie sein – genau das siehst Du in mir. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Im Bus sassen zwei tratschende Frauen vor mir. Eine hatte einen neuen Freund, sie hatte ihn am Vorabend besucht. Er war nicht besonders gespraechig, kuemmerte sich um dies und jenes und schenkte ihr wohl nicht genug Aufmerksamkeit. Sie war beleidigt. Ich geh jetzt, hatte sie zu ihm gesagt. Dann war er beleidigt, Warum denn wieso denn?, hatte er gefragt und sie gehen lassen.&lt;br&gt;
Sie hatte einen Abend mit Gespraechen und Nettigkeiten erwartet, er wohl nochts besonderes – wahrscheinlich haette er einfach gern Sex gehabt. Die zwei quatschten noch lange weiter. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Beleidigung hat mir Vorstellungen und Erwartungen zu tun, mit Wahrnehmungen, die andere nicht mir uns teilen. Praktisch jeder ist beleidigt, wenn etwa seine Arbeit kritisiert wird. Die Frage ist nur wie, und in welchem Ausmass.&lt;br&gt;
* Weil er um seinen Ruf fuerchtet.&lt;br&gt;
* Weil sein Selbstbild ins Wanken geraet.&lt;br&gt;
* Weil sich der Kritisierende so zu viel Macht herausnimmt.&lt;br&gt;
* Weil die Kritik Eingriff ins Leben ist, sie bedeutet Mehrarbeit, Veraenderungen.&lt;br&gt;
* Weil offenbar wird, dass er ausgesetzt und unterworfen ist. &lt;/p&gt;
	&lt;p&gt;Machen die Gruende einen Unterschied? Ich denke schon. Wenn wir wissen, dass wir jemanden beleidigen (und das tun wir), sollten wir auch wissen, warum wir es tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;small&gt; &lt;a href="http://wiedietiere.blog.de/2008/09/08/beleidigung-4697056/#comments"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; &lt;/small&gt; &lt;/p&gt;</content></entry></feed>
